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Der letzte Feind - Vorwort

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Regine
Goldblitzbold


Anmeldungsdatum: 15.04.2007
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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2007 21:21    Titel: Der letzte Feind - Vorwort
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Genre: SF

Ich habe schon gelegentlich ein paar Leute gezwu..gebeten, die Story zu lesen. Sie haben alle überlebt, also dürfte ich nicht in Schwierigkeiten kommen wenn ich sie hier poste.
Warnung: Das Ding ist irre lang und ausserdem erst Teil 1 von bisher 4.
Meiner Ansicht nach ist der vierte Teil annehmbar, aber das hilft euch natürlich erstmal gar nichts, weil das hier der erste Teil ist. Beziehungsweise der erste Teil davon...ähmmm...ach! Lesen! Fertig!
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Regine
Goldblitzbold


Anmeldungsdatum: 15.04.2007
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BeitragVerfasst am: 16 Apr 2007 21:25    Titel: Der letzte Feind - Seite 1
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Der letzte Feind

Noch drei Stunden bis zur Ankunft. Es könnten ebensogut Tage oder Wochen sein. Robert T. Wells war jetzt schon so nervös wie eine Tüte Mücken. Er hätte eine Abkürzung nehmen können, aber der Auftrag war streng geheim, und um die Erlaubnis zu bekommen einen Grosstransporter der Erde benutzen zu dürfen hätte er so viele Leute einweihen müssen, dass er ebensogut einen Anschlag ans schwarze Brett im Stützpunkt hätte klemmen können. An den kleinen Raumer heranzukommen, der ihn zur Zeit langsam aber sicher an sein Ziel brachte, war bedeutend einfacher. Er hatte nur General Woltar um die Schlüssel bitten müssen. Der Russe gab sie ihm gerne. Schliesslich hatte er ihm den Auftrag erteilt. Das Schiff aus seiner Parkniesche in Orbithafen zu bringen, ohne dass ihn jemand bemerkte, war ein Kinderspiel.

In Momenten wie diesem wünschte er sich dennoch die Menschheit hätte breits dieselben technischen Fortschritte gemacht wie zum Beispiel die Jungas oder die Midaner. Warum konnten sie die Technik nicht einfach klauen, so wie es ihre Feinde, die Telossa bereits seit Jahrhunderten oder noch länger taten? Vielleicht würden spätere Generationen ja dazu übergehen, wenn sie die Raumsprünge endlich richtig im Griff hatten. Immerhin stammte diese Erfindung, die das Transportwesen mit der Zeitreisetechnik vereinte, allein von der Erde und keines der anderen Völker hatte sie bisher kopiert. Das machte ihn ein bischen stolz. Auch, wenn die Reisen noch immer viel zu lange dauerten.

Er war bereits seit drei Tagen unterwegs. Augenblicklich hing er mal wieder zwischen zwei Hüpfern fest, weil der Rechner die Variablen für den nächsten Sprung verarbeitete. Das war der Haken bei der Sache. Man musste wissen was sich am Zielort befand, bevor man dort ankam. Und um das herauszufinden nahm der Rechner die Daten, die er von seinem Standpunkt aus erfassen konnte. Im Prinzip 'sprang' das Schiff also genaus soweit, wie es 'sehen' konnte.

Früher, als man die Tachyonenvarianz nur nutzen wollte, um Zeitreisen auf der Erde durchzuführen, da konnten die Menschen sich noch gar nicht vorstellen, wie es in der Galaxis aussah. Vor allem nicht, weil es kaum eine Möglichkeit gab sie sich genauer anzusehen. Deshal blieben längere Ausflüge in's all fromme Wünsche, bis die Kapazität der MobiComs (obiler Computer) endlcih hoch genug war, ums sie ein Schiff fliegen lassen zu können.

Robert dachte zurück an die Zeit seiner Ausbildung. Und an die endlosen Theoriestunden die er damit verbracht hatte, sich die Geschichte und die Theorie der Tachyonenvarianz einzupauken. Die Theorie an sich war ganz leicht zu verstehen. Bis man versuchte, einen konkreten Fall durchzurechnen. Da kam er dann einfach nicht mehr mit.

Aber selbst wenn irgendein Schiff in der Nähe gewesen wäre und ihm Hilfe angeboten hätte, damit er schneller voran kam, er hätte sie nicht angenommen. Durfte er auch nicht. Selbst ihre „besten Freunde“ durften nicht wissen, wohin er unterwegs war und was genau er dort anstellen wollte. Sie sahen es nicht gerne, wenn er Raumer in die Luft jagte. Sie sahen darin nur einen Akt der Verschwendung.
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Regine
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Anmeldungsdatum: 15.04.2007
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BeitragVerfasst am: 17 Apr 2007 21:11    Titel: Der letzte Feind - Seite 2
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Dabei hätte er ihre Hilfe jetzt sehr gut gebrauchen können.

Materietransmitter, interstellare Nanokommunikationstechnik zum Ausspähen des Ziels, wie die Jaura sie besassen, damit konnte man schon etwas anfangen. Er dagegen durfte bestenfalls hoffen, dass er den John-Transporter des Schiffes wieder in Gang brachte. Ansonsten sah er keine Chance, sich und seine Ausrüstung auf das andere Schiff zu transportieren. Er hätte auch keine Möglichkeit, auf dem nächstgelegenen Planeten zu landen, um seine Vorräte wieder aufzufüllen. Weil es keine Möglichkeit gab, den verdammten Eimer von einem Planeten aus wieder zu starten. Er hätte wenigstens Joschi mitnehmen sollen. Der symphatische Kollege, der eigentlich Kitase Yoshiba hiess und Japaner war, verstand wenigstens etwas von Technik. Robert dagegen kannte sich bestens mit Sprengstoffen aus. Das war für seine Arbeit viel wichtiger, als genau zu wissen, wie ein Transpoter funktionierte. Vorausgesetzt natürlich, dass er funktionierte. Robert erhob sich, weil ihm vom langen Knien vor den Eingeweiden des Transporters der Rücken weh tat. Er streckte sich, durchquerte die Kabine und lies sich niedergeschlagen in seinen Kommandosessel fallen. Über ihm blinkte höhnisch die kleine rote Birne, die anzeigte, dass mit dem Transporter etwas nicht stimmte.
Robert seufzte und gönnte sich erst einmal ein Mittagessen.


Er war der letzte Feind. Der letzte Feind der vereinigten Völker der Galaxis.
Fürst Grausam1 stand an dem breiten, hohen Panoramafenster im Regierungssaal seines Palastes.
Auch er war nervös. Alles hing jetzt davon ab, dass der Mensch Robert T. Wells seine Reise zu dem Raumer, den er ansteuerte, unbeschadet überstand, von der Grausam offiziell natürlich nicht die geringste Ahnung hatte, denn immerhin war der Auftrag streng geheim. Er freute sich schon jetzt auf ein Wiedersehen, weil er den resignierenden Ausdruck in den Augen des Saboteurs so gern sah. Der brachte ihn jedes Mal zum Lachen.
Ob es ihm diesesmal gelang war allerdings fraglich. Dazu war die Lage zu ernst.
Grausam liess seinen Blick über das Panorama schweifen. Aber er sah es nicht wirklich. Der Anblick der majestätischen gläsernen Türme, in denen die Bewohner der Stadt sich bei Flut in Sicherheit brachten, erreichte seine Sinne heute nicht. Sie waren zu sehr damit beschäftigt, besorgt zu sein und immer wieder alles von vorne bis hinten zu durchdenken. Es durften keine Fehler passieren. Wells durfte nicht zu früh bemerken, dass er erwartet wurde.
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Fussnote:
Rein phonetisch klang sein Name wie 'Lsdkfnvnösoe' und bedeutete etwas volkommen anderes. Doch als die Menschen mit ihrer Translatortechnik zum ersten Mal einen von ihm regierten Planeten besuchten und seinen Namen höhrten, da übersetzte das Gerät ihn mit „Grausam“, weil es genau das war, was er für seine Untertanen nuneinmal bedeutete. Fürst* Grausam war überaus erfreut. Mittels dieser Technik war es ihm ein Leichtes gewesen, die betreffenden Menschen nach allen Regeln der Kunst zu befragen und seinem neuen Namen alle Ehre zu machen, ohne daß ihm lästige Kommunikationsprobleme im Weg standen. Er hatte damals eine Menge von den Menschen gelernt.
* Ebenfalls eine Eigenmächtigkeit des Translators, die sich aufgrund zweier Vorteile durchgesetzt hat. Wäre der Titel korrekt übersetzt worden, dann hätte er die Entwicklung der Herrschaftsstruktur der Telossa in Kurzform wiedergegeben. Sie hätte mehrere Minuten gedauert. Das Gerät befand, daß es einen wesentlich kürzeren Titel anbieten mußte und schwankte zwischen Monarch, Vorausgeher und Angeber, entschied sich aber dann in einem Anfall von Melodramatik für „Fürst“. Das war herrlich kurz und man konnte etwas damit anfangen. Die Entwickler der Software staunten immer wieder darüber, daß die Chips trotz aller Auswahlmöglichkeiten alle gemeinsam immer dieselbe Alternative wählten. Damit blieb es den Herstellern erspart, einen Übersetzer für den Übersetzer herauszubringen.
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Regine
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Anmeldungsdatum: 15.04.2007
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BeitragVerfasst am: 19 Apr 2007 11:55    Titel: Der letzte Feind - Seite 3
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Für den Fürsten war das eine eher ungewohnte Situation. Gewöhnlich beauftragte er einfach einen seiner Mitarbeiter, wenn es ein Problem zu lösen gab. Oder aber seine Frau Iannyss, wenn es darum ging, Kämpfe auszufechtenoder unliebsame Diskutanten loszuwerden. Aber diesesmal konnte er leider nicht auf sie zurückgreifen.
Sie war nun bereits seit sieben Tagen fort. Und trotzdem er ihren Aufenthaltsort inzwischen kannte kam er nicht an sie heran. Nicht, ohne alles aufzugeben, was er im Verlauf der letzten beiden Jahre so mühsam aufgebaut hatte. Und nicht ohne Robert T. Wells.

Robert lümmelte in seinem Sessel herum, starrte geradeaus in die Weiten des Weltalls und war noch keinen Schritt weiter. Der Rechner tüftelte wie gehabt an den nächsten Sprüngen herum und der Transporter war noch immer nicht einsatzbereit. In vierzehn Stunden würde er den Raumer erreichen. Und was dann? Sollte er bis in alle Ewigkeit davor stehen bleiben und darauf warten, dass ihm etwas einfiel? Nichteinmal das funktionierte. Sein kleines Schiff war zwar, dank der technischen Unterstützung der Jungas, in der Lage sich den Sensoren von Grausams Schlachtschiffen zu entziehen, aber irgendwann würden sie sicher merken, dass er vor ihrer Tür parkte.
Wells strich sich müde einige kurze braune Haarsträhnen aus dem Gesicht und gähnte. Der Synthy ging ihm langsam aber sicher auf die Nerven, also schaltete er ihn ab. Auch ein Zeichen seiner Nervosität, denn normalerweise mochte er die sanften Klänge, die das Gerät aufgrund mathematischer Harmonien produzierte. Leider war das Ding mit selbstlernenden Logikroutinen gespickt. Sie ermöglichten es dem Gerät, immer wieder neue Kompositionen zu liefern, die im Laufe der Zeit immer besser wurden. Es ermöglichte es ihm aber auch, und Wells wusste ganz sicher, dass die Programmierer das nicht beabsichtigt hatten, gelegentlich zu den Melodienen zu pfeifen und zu summen. Wie ein Musiker, der sich bemüht einen neuen Song zu schreiben und sich noch nicht für einen passenden Text entscheiden konnte. Gerade hatte es eine extrem kreative Phase und probierte aus, ob nicht ein hier und dort angebrachtes „Lalala“ der Sache den letzten Schliff geben könnte. Nicht mehr lange, dachte Wells, und es würde anfangen mit ihm zu reden. Das war schon bei einigen Modellen vorgekommen und die Programierer bemühten sich, den Fehler bei den neuen Geräten zu korrigieren.

Wells zwang sich dazu, ruhiger zu werden und über eine Lösung nachzudenken.
Wozu brauchte er den John-Transporter? Er musste sich und seine Ausrüstung zu dem feindlichen Schiff transportieren. Ging das auch irgendwie anders? Gab es eine andere Möglichkeit des Transportes? Nunja. Eigentlich schon. Immerhin transportierte das Schiff ihn gerade quer durch den Raum. Die Funktionsweise des Schiffsantriebes unterschied sich nicht sehr von der des Transporters. Beide griffen auf die Tachyonenvarianzen zurück. Nur, dass der Transporter eben kleinere Massen über kurze Entfernungen transportierte und dabei im Wesentlichen auf die Empfangsstation, also die Ankunftskuppel, angewiesen war, während der Schiffsantrieb das gesamte Schiff über weite Entfernungen brachte und keinen Empfänger benötigte. Was genau also leistet der Empfänger? Er stellte sicher, dass es bei der Ankunft nicht zu unliebsamen Zwischenfällen wie zum Beispiel Materiekollisionen kam (siehe Anhang).
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BeitragVerfasst am: 20 Apr 2007 21:57    Titel: Der letzte Feind - Seite 4
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Was würde er also benötigen, wenn er versuchte mit dem ganzen Schiff im Inneren des Raumers zu landen? Gar nichts, weil es nicht ging. Wells wusste, dass es in dem Raumer eine Luftschleuse gab. Dort wurde ein Vakuum angelegt, wenn jemand den Raumer 'zu Fuss' verlassen wollte. Beispielsweise um Reparaturen an der äusseren Hülle vorzunehmen.

Aber die Kammer war viel zu klein. Sie konnte kein ganzes Schiff aufnehmen. Nichteinmal ein so kleines wie dieses, das gerade mal eine Länge von fünfundzwanzig Metern hatte. Das einzige andere Vakkum befand sich unter der Ankunftskuppel der Empfangsstation, die als Gegenstück zu einem John-Transporter gebraucht wurde. Und dort, unter der höchstens zwei Meter durchmessenden Halbkugel, konnte er nun erst recht kein Schiff landen. Er bedauerte das zutiefst, denn von der Kuppel konnte Grausam nichts wissen. Er selbst hatte auch erst kurz vor seinem Start davon erfahren. Der General hatte ihm diesen Vorteil verschafft. Vor zwei Jahren, nach Grausams letzten Besuch auf der Erde. Der General hatte Grausam volle diplomatische Immunität zugesichert, ihm versprochen keinerlei Aktionen gegen ihn zu starten und anschliessend alles daran gesetzt, dass die Kuppel zusammen mit einem codierten Mini-John-Transporter ins Schiff gebracht wurde. Ohne Grausams Wissen natürlich. So gesehen war es kein Wunder, dass Grausam den Menschen nicht traute und es gerne sehen würde, wenn sie allesamt aus dem Universum getilgt würden, was natürlich widerum genau die Einstellung war, deretwegen sie Krieg gegeneinander führten. Ein nur allzu menschliches Verhalten. Auf beiden Seiten.

Die Kuppel war da. Gut versteckt im Lagerraum. Das Schiff passte nicht hinein. Gab es vielleicht eine Möglichkeit, das T-Feld einzudämmen? So, dass es nur ihn selbst im Zentrum hatte? Das könnte vielleicht klappen. Die Feldgrösse konnte man ganz bequem mit den Kontrollen regulieren. Es würde heikel werden, wenn er versuchte, den zweiten Impuls, der ihn wieder in seine Zeit zurück bringen würde, vom Schiff aus zu initiieren. Aber war das überhaupt nötig? Wenn er nahe genug heran flog und den Transport von der richtigen Position aus durchführte, dann würde die Zeitverschiebung nur den Bruchteil einer Sekunde betragen. Damit könnte er sicher leben. Er wusste, dieses Raumer-Modell hatte keine Fenster. Sie konnten ihn also nicht sehen. Ihre Scanner konnten sein Schiff nicht registrieren. Das war die Lösung! Endlich! In ein paar Stunden würde er diesem Mistkerl kräftig in seinen ausserirdischen Hintern treten. Wells schaltete den Synthy wieder ein und machte sich sofort daran dem Rechner zu sagen, was er tun soll.

Regierungsgeschäfte erfordern eine Menge Zeit. Grausam empfand es als anstrengend, dass er gezwungen war sich ihrer derzeit überhaupt anzunehmen. Aber er hatte keine Wahl. Wenn er seinen Tagesrhythmus änderte, was ihm natürlich jederzeit frei stand, würden seine Leute Fragen stellen. Er wollte sie nicht auf den Gedanken bringen, dass etwas vor sich ging. Also empfing er seine Untergebenen, wie er es an jedem Tag tat, den er auf diesem Planeten verbrachte. Doch nun war die Zeit der Audienzen vorrüber. Grausam war allein in dem riesiegen Saal. Wieder betrachtete er die Türme. Diesesmal nahm er sie wahr. Er nahm Abschied von ihnen, und damit auch von seinem Volk. Vielleicht war das gar nicht nötig. Vielleicht würde er bald wieder hierher zurückkehren, mit seiner Frau an seiner Seite, und die Tage geniessen können die ihm noch blieben. Und rein technisch gesehen wären das eine Menge Tage. Die Absicht zu sterben lag ihm fern. Die Möglichkeit jedoch nicht.
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BeitragVerfasst am: 24 Apr 2007 14:14    Titel: Der letzte Feind - Seite 5
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Was bisher (S.1-4) geschah:
Der professionelle Saboteuer Robert T. Wells ist mit dem von seinem Chef geliehenen Raumer unterwegs, um einen streng geheimen Auftrag auszuführen. Begleitet wird er nur vom schiffseigenen Rechner und einem eher nervigen Musik-Sythesiser. Gerade jetzt denkt Wells fieberhaft darüber nach, wie es ihm gelingen könnte ein feindliches Schiff zu entern um dort seinen wie auch immer gearteten Auftrag auszuführen, trotzdem der hierzu notwendige Transporter deffekt ist.
Fürst Grausam, der Besitzer des feindlichen Raumschiffes und letzter Feind der Menschheit, dem der geheime Auftrag nur allzu bekannt zu sein scheint, verlässt gerade seinen
Audienzsaal und macht sich auf den Weg um...

Hier geht's weiter....
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Grausam fand, dass es Zeit wurde sich in den Raumer zu begeben. Er kehrte dem herrlichen Panorama den Rücken und schritt auf die Tür zu, hinter welcher der Zugang zu seinem privaten Orbitlift lag.
Bis auf eine Handvoll Wachen, allesamt Silkoniten, war der Raumer verlassen. Grausam hatte viel Zeit gehabt, um sich auf Roberts Besuch vorzubereiten. Die Silkoniten, die bei ihm bleiben durften, waren ihm allesamt vom Widerstand geschickt worden. Er wusste, sie alle waren Spione. Keiner seiner eigenen Leute durfte erfahren, was hier vor sich ging. Sie hätten sicher wenig Verständnis für sein Handeln aufgebracht. Bei den Spionen konnte er wenigstens sicher sein, dass sie gegenüber seinen eigenen, 'treuen' Wachen nichts ausplauderten.
Der Widerstand arbeitete hoch effektiv. Ihm war es zu verdanken, dass es im letzten Jahr, trotz der vielen Schlachten, die im Namen des Friedens geschlagen wurden, nur wenige Opfer zu beklagen gab. Er war es, der in mühsamer Kleinarbeit und mit unendlicher Geduld sämtliche tödlichen Waffen gegen Modelle ausgetauscht hatten, die den Getroffenen zwar leicht verletzten und betäubten, ihn aber nicht umbrachten. Das war widerum für Grausam von grossem Vorteil, weil seine Leute fast alle von ihren Einsätzen zurück kehrten (der Widerstand konzentrierte seine Kräfte schliesslich nicht nur auf ihn, sondern auch auf die anderen Fürsten) und er nun seinerseits die eingefangenen Kämpfer der anderen Fürstentümer in seine Dienste stellen konnte. Den meissten Söldnern war es egal auf welcher Seite sie kämpften, wenn es nur genug Alkohol gab. Oder, im Fall der Silkoniten, genügend Quecksilberderivate. Wer sich dennoch nicht zur Zusammenarbeit entschliessen konnte, landete auf einem der zahllosen Gefängnisplaneten, wo er Zeit und Gelegenheit bekam es sich anders zu überlegen. Er hatte dem Bitten und Betteln seiner Generäle nicht nachgeben, die ihn immerzu bedrängten diese 'unerwartete Neuerung' rückgängig machen zu dürfen. Und vielleicht noch ein oder zwei weitere, die er in letzter Zeit eingeführt hatte. Er verfügte inzwischen über eine beinahe unbesiegbare Streitmacht. Aber eben nur beinahe und diesem Umstand kam eine immense Bedeutung zu.

Der Weg zum Frachtraum bot keine Überraschungen. Die Silkonitenwachen folgtem ihm schweigend. Sie bezogen Posten vor der Tür des Frachtraums. Grausam trat über die Schwelle und schloss die Tür hinter sich. Er atmete tief ein, setzte sich auf eine Kiste und wartete gespannt auf die Ankunft des Saboteurs.

Robert wieselte hektisch hin und her. Immer wieder kontrollierte er die Position der Schiffe und die Einstellungen der Apparaturen, die der Rechner vorgenommen hatte. Alles schien zu stimmen. Seine Ausrüstung hatte er bereits zusammengepackt und an der Stelle auf einen Haufen gelegt, von der aus er abreisen wollte. Er schloss für einen Moment die Augen und zögerte. Irgendwann musste es sein! Entschlossen drückte er auf den Auslöser und begab sich in den Abreisebereich. Genau nach zehn Sekunden fand der Transport statt. Robert T. Wells verschwand auf völlig unspektakuläre Weise einfach aus dem Schiff.
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BeitragVerfasst am: 24 Apr 2007 14:18    Titel: Der letzte Feind - Seite 6
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Noch bevor Robert 'Oh Gott!' denken konnte befand er sich im Inneren eines Frachtraumes. Die Ankunftskuppel regulierte den Luftdruck sofort und öffnete sich. Als einzige Folge des Transportes stellte sich ein Schwindelgefühl ein, das aber schnell wieder verging.
Das Deckenlicht brannte. Das war ungewöhnlich in einem Lagerraum der angeblich nie benutzt wurde. Er hatte erwartet in völlige Dunkelheit einzutauchen. Doch als er seine Umgebung näher in Augenschein nahm beunruhigte ihn das Licht nicht mehr. Seine Unruhe floh vor der nackten Panik, die ihn befiel, als er einen stattlichen jungen Mann friedlich auf einer Kiste sitzen sah. Für einen Augenblick schwanden Wells die Sinne. Er sank auf eine Kiste, deren Inhalt Hauptsächlich aus kleinen, handlichen Päckchen mit Sprengstoff bestand. Der junge Mann betrachtete ihn lächelnd.

Wells liess den Kopf hängen. „Du schon wieder!“
Fürst Grausam versuchte, ein möglichst ausdrucksloses Gesicht aufzusetzen. „Hast du etwa nicht mit mir gerechnet?“
Wells fühlte sich nicht gut genug, um ebenfalls sarkastisch zu werden. Die Mission war eindeutig gescheitert. Er würde den Raumer nicht vernichten können. Er würde Grausam nicht aufhalten können. Vielleicht konnte das niemand mehr. Während der letzten zwei Jahre waren viele Schlachten von dem Fürsten geschlagen worden. Die meisten davon gegen die anderen Fürsten. Von den zweiundvierzig Herrschern, die die halbe Galaxis unter sich aufgeteilt hatten, waren nur noch fünf übrig. Und es sah so aus, als wäre es nur eine Frage von Wochen bis auch diese geschlagen waren. Unglücklicherweise trug Grausam die meisten Siege davon. Seine Armee war inzwischen riesengross. Und Wells war sicher, dass Grausam sich der Erde zuwenden würde sobald er die letzten vier Fürsten ausgeschaltet hatte. Vielleicht konnten die Verbündeten Völker ihn daran hindern sich weiter auszubreiten, aber es würde ein ewiger Krieg sein. Gegen nur einen einzigen Gegner. Den letzten Feind der Galaxis.

Wells war realistisch genug, um sich keine Hoffnungen mehr zu machen. Was für ihn allerdings kein Grund war, einfach aufzugeben. Er könnte zum Beispiel auf Grausam schiessen, aber das würde ihm wohl bestenfalls einen Querschläger einbringen, der ihn selbst traf und damit der Show ein Ende machte. Die Schildtechnologie der Telossa war legendär. Und natürlich ursprünglich von den Jungas abgekupfert.
Wells entschloss sich dazu, es nicht darauf ankommen zu lassen. Allerdings hatte Grausam immer wieder betont, dass ihm die Menschen enorm auf die Nerven gingen. Diesen Umstand gedachte er für sich zu nutzen.
„Zur Hölle mit Dir, verdammter Mistkerl!“
Grausam sah ihn irritiert an. „Robert? Was ist denn los? Fühlst Du Dich nicht gut?“
„Pha! Für Dich immer noch Mr. Wells, damit das mal klar ist!“ Wenn er noch etwas Zeit herausholen konnte, dann war es ihm vielleicht möglich die Kiste zu öffnen und den Sprengstoff...“
„Jetzt nimm erstmal die Finger da weg! Ja genau, von der Kiste meine ich. Wir werden uns später mit ihrem Inhalt befassen. Ich nehme doch an, du hast etwas mitgebracht, das auch genug Schaden anrichten kann?“
Wells war bereits in der Bewegung erstarrt und enfernte sich nun ganz langsam von der Kiste.
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BeitragVerfasst am: 25 Apr 2007 15:40    Titel: Der letzte Feind - Seite 7
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Er und Grausam hatten sich bereits einige Male getroffen. Aber sofern das Treffen nicht gerade aus diplomatischen Erwägungen heraus stattfand, gab es nicht viel, was man tun konnte wenn man erstmal in der Klemme sass. Grausam kannte fiese Methoden um seinen Willen zu bekommen. Wells hatte ihnen absolut nicht entgegen zu setzen. Einmal mehr fragte er sich, wie er es eigentlich bisher geschafft hatte, immer wieder heil da raus zu kommen.

Grausam betrachtete Robert einen Moment lang nachdenklich. Ihm kam der Verdacht, dass etwas schief gelaufen war und beschloss, einen Schuss ins Blaue zu wagen. „Was war los mit dem Transporter? Warum hat er nicht funktioniert?“

Wells war überrascht. „Wohe...was geht's Dich an?“
„Wenn Du nicht den Transporter genommen hast um auf das Schiff zu kommen, wie hast Du es dann geschafft?“
Wells lächelte und warf Grausam eine Kusshand zu.
„Ja, sehr hübsch. Leider fehlt mir die Zeit für Spiele. Sag mir, warum Du den Transporter nicht genommen hast.“

Ganz automatisch wollte Wells zu einer pampigen Antwort ansetzen. Er wollte dem Feind keinerlei Informationen liefern, also beleidigte er ihn und machte sich damit ein wenig Luft. Aber im Moment fragte er sich, warum es von Bedeutung sein sollte, wie er hierher gekommen war. Er war doch hier. Und nur das zählte. Oder etwa nicht? Grausam schien damit gerechnet zu haben, dass irgendetwas passierte. Aber was? Und wieso? Der Auftrag war geheim1, Grausam konnte also nicht...oder doch? Wenn Grausam von der Mission gewusst hatte, ja sich wie es aussah, sogar darauf verlassen hatte, dass sie statt fand, dann war klar, dass er auf der Erde mindestens einen Spion sitzen hatte. Und zwar so weit oben, dass dieser in der Lage war an das Schiff heran zu kommen. Oh Gott!
„Was ist los? Hast du Blumen erwartet?“ fragte Wells trotzig.

„So ähnlich.“
„Tja, Pech gehabt. Ihr habt also an dem Ding rumgefummelt, ja?“
„Natürlich.“
„....A.....Aha.“
„Der General hat mir versprochen, dass er die Einstellungen persönlich vornehmen würde.“

Das konnte nur eine Lüge sein! Der alte Haudegen Woltar war nicht nur Wells Vorgesetzter, sondern auch einer seiner besten Freunde. Freiwillig hätte er ihn niemals verraten. Auf gar keinen Fall. Volkommen ausgeschlossen. Well würde sich viel besser fühlen, wenn die Information nicht ausgerechnet von Grausam gekommen wäre. Der Kerl konnte einfach nicht lügen. Er wusste nicht, wie er es anstellen musste. Lügen war für ihn eine typisch menschliche Eigenschaft und schon deshalb war sie ihm zuwider. Wenn er etwas nicht zugeben wollte, dann redete er einfach drumherum oder schwieg sich aus. Es schien, als hätte er inzwischen dazu gelernt.

„Ach echt? Dann solltest Du ihn besser anrufen und ihm sagen, dass was schief gelaufen ist. Wenn du schon dabei bist würde ich ihn übrigens auch gerne mal sprechen.“
Grausam lächelte. Robert hatte es tatsächlich wieder geschafft ihn zu amüsieren.
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BeitragVerfasst am: 28 Apr 2007 10:32    Titel: Der letzte Feind - Seite 8
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„Also gut. Wenn der Transporter nicht funktioniert hat, dann gehen wir jetzt zurück, reparieren ihn und schicken Dich wieder hierher.“
„Wozu? Was sollte das Ding mit mir anstellen? Raus damit!“ fuhr Wells ihn plötzlich wütend an. Grausam schwieg.
„Na komm schon! Wir sind doch alte Feinde, mir kannst Du es doch ruhig sagen.“ Grausam benötgte eine paar Sekunden, um die Aussage zu sortieren. Und schwieg weiter.

Wells Verwirrung war inzwischen so umfassend, dass sein Kopf auf Automatik umschaltete. „Du hattest mich hier erwartet. Ich bin hier, aber du siehst trotzdem nicht sehr glücklich aus. Nicht wie sonst. Ich vermisse zum Beispiel die Androhung von Gewalt. Normalerweise macht es Dir doch Spass mir zu erklären, welche fürchterlichen Dinge Du mir antun wirst.“
„Das überspringen wir heute, wenn Du nichts dagegen hast. Wir haben es ein wenig eilig.
„Oh, tut mir Leid. Ich wünschte, es würde mich interessieren, was du noch Dringendes vorhast, aber leider ist es mir volkommen egal. Also ich will nicht weiter stören. Ich wette, der Transporter sollte mir das Hirn aufweichen oder sowas. Wie auch immer. Ich bin sicher, du hast in bester Absicht gehandelt. Also warum schickst du mich nicht einfach wieder nach hause, damit ich denen dort erklären kann, dass sie Mist gebaut haben?“
„Weil ich auch dafür keine Zeit habe.“
„Bist Du etwa in Deinem Zeitplan zur Vernichtung der Menschheit zurückgefallen?“
„Komm jetzt. Wir gehen auf Dein Schiff. Wir müssen feststellen, wie gross der Schaden ist.“ Aber Grausam bewegte sich nicht. Wells hob in einer fragenden Geste die Arme. Er konnte Grausam schlecht folgen, wenn der nicht voraus ging. Nicht, dass er das gewollt hätte, aber er würde es natürlich tun. Die Alternative war sehr schmerzhaft und am Ende würde er trotzdem mit ihm gehen müssen. Brav, wie ein Hündchen. Er kannte das schon.
Grausam atmete hörbar ein und fixierte einen beliebigen Punkt an der Wand. „Ich weiss leider nicht, wo du geparkt hast.“

Die Silkoniten waren ein einzigartiges Volk in der Galaxis. Im Gegensatz zu praktisch allen anderen intelligenten Leuten, die Grausam je getroffen hatte, waren sie die Einzigen, die nicht hauptsächlich aus organischem, sondern aus anorganischem Material bestanden. Während der Organismus des Menschen und aller übrigen Spezies auf Kohlenstoff basierte, war es bei den Silkoniten Silizium. Soweit es dem Fürsten bekannt war hatte sich das Leben auf dem dem Planeten Silkon, und zweifellos war es Leben, ähnlich wie auf der Erde in alle möglichen Richtungen entwickelt.
Allerdings kamen die Menschen und sämtliche anderen höher entwickelten Lebensformen nicht ohne Sauerstoff und Wärme aus. Darauf konnten die Silkoniten im Wesentlichen verzichten. Sie fühlten sich am wohlsten wenn es eiskalt war und die Luft aus möglichst viel Stickstoff bestand. Wenn es zu warm wurde funktionierten sie nicht richtig. Sie dachten langsamer und bewegten sich unsicher. Deshalb war die spezielle Gattung, die Grausam vor langer Zeit versklavt hatte, auch so wertvoll für ihn. Diese besondere Art besass von Natur aus eine ähnliche Form wie die Telossa. Aber diese Silkoniten waren in technischen Angelegenheiten viel geschickter als seine übrigen Leute.
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BeitragVerfasst am: 30 Apr 2007 09:53    Titel: Der letzte Feind - Seite 9
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Dort, wo er sie einsezte, war es viel zu warm, als das der Silkonit seine volle Kapazität entfalten konnte. Das, was noch funktionierte, reichte aus um hervorragende Arbeit als Techniker oder Wache zu leisten, war aber zu wenig, um Gedanken an ernsthafte Gegenwehr aufkommen zu lassen. (Die Angehörigen des Widerstandes bildeten eine Ausnahme. Sie verfügten über versteckte Kühleinheiten und Filter für Sauerstoff, die sie erschreckend intelligent und robust machten. Aber davon wusste Grausam offiziell nicht das Geringste und deshalb machte es keinen Unterschied.)
Der einzige Nachteil war, dass die silkonitischen Arbeiter eine Unmenge von Antioxidationsmitteln verbrauchten. Und Quecksilber. Grausam hatte bis zum heutigen Tag nicht ergründen können, welche Wirkung das auf sie hatte. Aber sie erklärten dass sie es brauchten. Und deshalb bekamen sie es, solange sie ordentliche Arbeit leisteten und sich nicht daneben benahmen.

Jedenfalls konnte er ihnen getrost die Reparatur des Transporters überlassen. Sie teilten ihm mit, dass der Fluktuationspuffer beschädigt sei, was immer das bedeuten mochte, und dass die Reparatur etwa zwei Stunden in Anspruch nehmen würde.

Wells sass in seinem Kommandosessel und betrachtete den Rechner. Er hatte sich abgeschaltet. Der Feigling!
Keine Kommunikation, keine Hilfe. Grausam schien die Zeit einfach aussitzen zu wollen. Er sagte kein Wort. Aber Wells wollte, dass er etwas sagte. Jede noch so kleine Information konnte ihm helfen hier heraus zu kommen. Das war nicht seine Überzeugung, sondern ein Automatismus, den er sich angewöhnt hatte, um in hoffnungslosen Situationen nicht einfach alles hinzuschmeissen.

„Und?“ fragte er deshalb, so als wollte er gleich hinzufügen 'Wie geht's?'
„Schon eine Idee, wie du die Erde aufmischen kannst? Irgendwelche neuen Spielzeuge, die du unbedingt ausprobieren möchtest?“

Grausam hatte bis eben den Technikern bei der Arbeit zugesehen. Jetzt wandte er sich Robert zu, sagte aber nichts. Wells lies sich nicht entmutigen. „Wie geht es denn deiner Frau? Hat sie in letzer Zeit wieder ein paar Flotten gefressen?“ Wells wusste, dass er unfair war. Iannyss war fast ein Mensch. Sie sah aus wie einer und benahm sich wie einer. Meistens jedenfalls. Nur ihre Biochemie wich ein wenig von dem ab, was auf der Erde als normal galt. Und sie war eine ungeheure Nervensäge.

Vor nicht allzulanger Zeit hatte Innyss die Basis besucht, auf der Robert stationiert war. Sie kam als Unterhändlerin. Bei der Gelegenheit hatte Wells eine Menge über sie in Erfahrung gebracht. Vor allem war sie stur, wenn es um's Diskutieren ging. Sie wich nie auch nur einen Millimeter von ihrer Ansicht ab. Sie sagte, sie würde für den Frieden in der Galaxis kämpfen und glaubte fest daran. Das Argument, dass es unmöglich sei, den Frieden zu erreichen, indem man darum kämpfte, tat sie mit einer einzigen Geste ab. Sie zeigte auf einen ganz bestimmten Punkt auf der Weltkarte. Amerika. Was hätte man darauf erwidern sollen? Etwas in der Art von 'Na schön. Aber es hat nicht funktioniert'?
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BeitragVerfasst am: 03 Mai 2007 10:21    Titel: Der letzte Feind - Seite 10
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Was bisher (S.1-10) geschah:
Der professionelle Saboteuer Robert T. Wells ist mit dem von seinem Chef geliehenen Raumer unterwegs, um einen streng geheimen Auftrag auszuführen.
Trotz mangelnder Technikkenntnisse gelingt es ihm dank kreativen Umdenkens, das Zielraumschiff ohne den normalerweise unverzichtbaren Transporter zu erreichen. Wider Erwarten wird er dort...nun...erwartet. Und zwar vom Besitzer des besagten Schiffes, Fürst Grausam, der nebenbei auch noch als der letzte und vor allem gefährlichste Feind der Menschheit angesehen wird.
Der Fürst ist ganz und gar unzufrieden. Er bringt Rober zurück auf dessen Schiff und lässt den deffekten Transporter raparieren. Offenbar liegt dem Fürsten viel daran, dass der Saboteur den Transporter benutzt. Robert T. Wells gibt sich derweil alle Mühe die verbleibende Zeit zu nutzen und den Fürsten über seine Motive auszuhorchen.
Wells erinnert sich zur Zeit an einen früheren Besuch der nicht weniger gefürchteten Fürstin auf der Erde.

Hier geht's weiter....
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Keiner der Anwesenden hätte darauf antworten wollen. Und so blieb es still, bis endlich Jemand mit einem Tablett voller Kaffee und Donuts durch die Tür kam. Damals, bei den sogenannten Friedensverhandlungen vor zwei Jahren, wurde klar, dass es mit Grausam keinen Frieden geben würde. Es war ein schwerer Schlag für die Erde. Und er kam unerwartet. Wells erinnerte sich nur zu gut an diese paar Wochen.

Sie waren damals gerade damit beschäftigt, einen neuen Verteidigungsplan auszuarbeiten, damit sie nicht wieder von den Raumern der Fürsten überrascht wurden. Die Erde hatte bereits zwei Angriffe abgewehrt, aber nur mit der Hilfe der Verbündeten und recht alten Rasse der Jungas. Sie hielten sich für so etwas wie die Friedensrichter der Galaxis. Ihre Schiffe hatten eingegriffen und beide Male Grausam gehörig die Hörner gestutzt.

Und dann, an einem Sonntag, kam aus heiterem Himmel ein Anruf. Von Grausam persönlich. Er sagte, er wünsche eine Audienz. Da es die Erde einfach nicht schaffte, sich auf einen gemeinsamen Repräsentanten zu einigen, wollte er mit den Leuten sprechen, die die Angewohnheit hatten, sich in seine Angelegenheiten einzumischen. Damit war die Manschaft der Basis gemeint.
Sie hatten die besten Kontakte zu den Verbündeten und schon einige Sabotageaktionen und Rettungsmissionen hinter sich. Sie stellten für Grausam kein ernsthaftes Problem dar, aber wenigstens ein stetiges Ärgernis.

Natürlich vermuteten alle sofort eine Falle. Dennoch wollten sie sich eine solche Gelegenheit, den Feind aus der Nähe zu betrachten, nicht entgehen lassen.
Es stellte sich heraus, dass Grausam tatsächlich nur das Gespräch suchte. Bei ihm war eine junge Kriegerin, Iannyss, die er später zur Frau nahm. Damals war sie noch seine Dienerin und Vertraute. Als Grausam die Erde wieder verliess nahm er sie mit, schickte sie jedoch, wie mit der Basis verabredet, nach ein paar Tagen wieder zurück. Beide Seiten schienen fest entschlossen eine ganz bestimmte Frage zu klären: Wie erreicht man einen stabilen, galaktischen Frieden.

Die Basis vertrat dabei den Standpunkt, dass man einen stabilen Frieden nur erreichen konnte, wenn alle Völker Gelegenheit bekamen sich frei zu entfalten und sich nicht gegenseitig bekriegten. Iannyss, und damit sprach sie für Grausam, war der Ansicht, dass man einen stabilen Frieden am ehesten erreichte, wenn alle Bewohner der Galaxis einem einzigen Herren dienten, vorzugsweise dem ihren. Einem, der in der Lage war, Aufruhr zu unterdrücken und lebenswerte Bedingungen für seine Untertanen zu schaffen. Beide Seiten trugen Fakten und Vergleiche aus der Vergangenheit heran, die entweder das Eine oder das Andere belegen sollten. Ganze vier Wochen nahmen die Verhandlungen in Anspruch. Die Basis schnitt nicht so gut ab, wie sie es gerne gesehen hätte, hauptsächlich weil Iannyss immer wieder Beispiele aus der Vergangenheit der Erde heranzog, um die Stabilität des monarchischen Herrschaftsystems zu belegen, wobei sie enervierend präzise Analysen vorlegte.
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BeitragVerfasst am: 13 Mai 2007 11:30    Titel:
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Die Basis konterte mit der positiven Entwicklung, die ihre Verbündeten durchlebt hatten. Einige magere Beispiele von der Erde konnten sie ebenfalls vorweisen, so dass die These nicht unbedingt auf verlorenem Posten stand. Am Ende liess sich jedoch keine Einigung erzielen. Grausam bat um ein Treffen mit Kondor, dem Vertreter der Jungas. Das Treffen wurde arrangiert und fand in einem Jungaschiff statt, dass sich im Orbit der Erde befand.

Als Grausam von dem Treffen zurück kehrte wirkte er höchst unzufrieden. Er verkündete, dass er die Kampfhandlungen umgehend nach seiner Abreise wieder aufnehmen würde. Kommentarlos. Als man Kondor danach befragte, was auf dem Schiff geschehen sei, gab dieser zu, dass er zwischendurch vielleicht ein wenig die Beherrschung verloren habe. In der Tat habe er den Fürsten einen rücksichtslosen, egoistischen Parasiten genannt, was möglicherweise unter diplomatischen Gesichtspunkten als Fehler einzustufen sei.

Den Angehörigen der Basis kam der Verdacht, dass Grausam sie betrogen hatte. Es hatte die Gelegeneheit genutzt, um so viel wie möglich über die Erde in Erfahrung zu bringen. Insbesondere über die Basis. Dann hat er sich einfach wieder davon gemacht um seine Erkenntnisse zu nutzen, wenn er das nicht bereits von Anfang an getan hatte.

Grausam erinnerte sich ebenfalls an die Zeit der Verhandlungen. Die Menschen auf der Basis hatten ihn mehr beeinflusst, als ihnen klar war. Grausam hatte die Basis von Zeit zu Zeit aufgesucht. Er wurde als Gast empfangen und man hatte sich bemüht, ihn freundlich zu behandeln. Er hatte ihre Gewohnheiten studiert, ihre Art von Humor kennen gelernt und gesehen, wie sie den Tag verbrachten. Er hatte sich sogar die eine oder andere Web-Übertragung angesehen, was zur Folge hatte, dass er nun nach der Serie 'Maritime Kostbarkeiten aus dem 17. Jahrhundert' süchtig war. Er hatte Kornflakes gegessen, und Truthan und Hot Dogs und Eiskrem. Und er hatte von einem Phänomen erfahren, dass 'Umweltverschmutzung' genannt wurde, was natürlich den jämmerlichen Zustand der Erdoberfläche erklärte.
Er kam langsam dahinter, wie die Menschheit funktionierte. 'Gebt ihnen einen Fusionsreaktor', dachte er, 'und es findet sich bestimmt jemand, der den Planeten damit in die Luft jagt.' Es wäre denkbar einfach, dieser Welt ein Ende zu setzen. Zu seinem Schrecken hatte er feststellen müssen, dass er anfing die Leute zu mögen. Iannyss hatte ihm prophezeit, dass dies geschehen würde. Und sie hatte ihn auch davor gewarnt, dass ihn diese Sympathie schwächen konnte. Inzwischen hatte er ihr bewiesen, dass er nicht schwach geworden war. Vielleicht würde sie ihn mit anderen Augen sehen, wenn sie erfuhr, was wirklich vor sich ging. Deshalb erzählte er ihr einfach nichts davon.

Grausam hätte Wells in diesem Moment nur zu gerne aufgeklärt. Unglücklicherweise hatten die Techniker gute Ohren. Die Führer des Widerstandes wären sicher nicht erfreut über den Bericht der Spione, wenn er sich in ihrer Gegenwart einfach alles von der Seele redete. Er musste vorsichtig sein. Es war bereits ein Fehler passiert und er konnte nur hoffen, dass die Zeit dadurch nicht zu knapp wurde. Er wollte zu diesem Zeitpunkt längst nicht mehr hier sein. Aber sie hatten noch über eine Stunde Wartezeit, in der er Robert irgendwie beschäftigen musste, bevor dieser dazu kam eine seiner vielen unkonventionellen Fluchtpläne auszutüfteln, die immer nur noch weitere Schwierigkeiten verursachten.
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BeitragVerfasst am: 11 Jul 2007 09:29    Titel: Der letzte Feind - Seite 12
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„Du weisst,“ sagte er deshalb, „dass die Erde von grosser Bedeutung ist. Aber weisst Du auch, warum?“
„Weil wir dir immer wieder einen Strich durch die Rechnung machen?“ Grausam dachte für einen Augenblick an die Begegnungen der letzten beiden Jahre zurück. Insgesammt hatte er vierundzwanzig seiner eigenen Leute ausser Gefecht setzen müssen, heimlich zwei Türen entriegelt und wenigstens fünf mal seine Wachen, beziehungsweise Schiffe, abgezogen, damit alle Angehörigen der Mission unbeschadet entkamen. Soweit er sagen konnte hat davon nie jemand etwas gemerkt und darauf war er stolz.

„Nicht doch. Das ist vollkommen nebensächlich. Gehen wir die Sache anders an.“ Wells war zufrieden. Endlich fing der Typ an zu quatschen. „Du kennst doch“, fuhr Grausam fort, „die Geschichte der Fürsten, richtig? Du weisst, wo die Telossa ihre Heimat haben, nicht wahr?“

Wells grummelte eine Zustimmung. Natürlich wusste er das. Die Jungas hatten der Basis alle verfügbaren Informationen über die Fürsten und deren Volk, die Telossa, übergeben. Er konnte sich nur keinen Reim darauf machen, was Grausam mit der Frage bezweckte. „Jjjjaaa? Was willst du? Ist das hier ein Quiz? Kann ich was gewinnen?“
„Oder denk an die Juniten. Ihre sogenannte 'Heimat', Planet 'Badland' wenn ich mich nicht sehr irre, ist eine sehr unwirtliche, staubige Kugel mitten in den Tiefen einer Gaswolke. Ich denke, deshalb haben sie sich solche Mühe gegeben von dort weg zu kommen.“
„Prima. Jedem das seine. Und?“ „Was glaubst Du, wie gross die Chancen sind, dass sich auf einem Planeten, auf dem es gerade mal eine primitive Form von Plankton gibt, ein so hoch entwickeltes Leben entsteht?“

Wells barg sein Gesicht in den Händen und versuchte, das taube Gefühl herauszurubbeln. Er fühlte sich allmählich müde. „Weisst du was? Komm doch einfach mal zu Sache.“
„Wie du willst. Der Punkt ist, dass es nur zwei bekannte intelligente Rassen in der Galaxis gibt, die ihren Ursprungsplaneten noch bewohnen. Nur zwei. Und das sind die Silkoniten und die Menschen.“
„Oh das ist toll. Wirklich! Wirklich toll! Hab nie drüber nachgedacht.“ antwortete Wells wenig begeistert und gähnte herzhaft. „Bist Du da ganz alleine drauf gekommen? Und was willst du jetzt machen? Ein Museum einrichten? Soll ich für Dich die Gästeliste zur Eröffnung tippen?“
Grausam atmete tief durch. „Na schön. Dann mach ich es etwas leichter für dich. Ich habe herausgefunden, dass mit Aussnahme der Silkoniten alle Rassen ihren Ursprung auf der Erden haben.“
Diesesmal war Wells doch überrascht. „Was?“
„Es ist wahr. Die Juniten, die Jungas, die Telossa, die Jaura und die Menschen. Allesamt stammen von der Erde ab.“
„Wie kommst du denn darauf?“
„Das wollte ich dir eben erklären. Möchtest du es nun wissen, oder nicht?“
“Eigentlich interessiert mich viel mehr, warum das so wichtig sein soll.“
„Ich dachte, das liegt auf der Hand.“ erklärte der Fürst geniesserisch. Endlich hatte er die volle Aufmerksamkeit seines Publikums.
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BeitragVerfasst am: 13 Jul 2007 18:16    Titel: Der letzte Feind - Seite 13
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„Es ist so: die Aufzeichnungen der Jungas reichen etwa einhundertausend Jahre zurück. Und sie feiern noch heute alle einhundert Junjahre ihr 'Jahr der Ankunft'. Von den Jaura wissen wir, dass ihre Zivilisation etwa vor etwa siebzigtausend Jahren entstand. Und wir, die Telossa wissen, dass unsere Vorfahren ihre Existenz als eigenes Volk in einer kleinen Raumflotte begannen. Vor ungefähr dreissigtausend Jahren.“

Robert lauschte auf sine unnachahmlich gelangweilte Art andächtig dem selbstgerechten Vortrag seines 'Entführers'.„So. Aha. Und was bedeutet das deiner Meinung nach?“
„Meiner Meinung nach bedeutet es, dass von der Erde aus alle paar tausend Jahre Menschen die Galaxis besiedeln. Deine Zivilisation, zumindest ein grosser Teil davon, begann mit ihrer Zeitrechnung vor ungefähr zweitausend Jahren. Du hast nicht zufällig eine Ahnung, was mit deinem Volk vor dieser Zeit geschah? Ich habe jedenfalls keine Hinweise auf eine Zivilisation gefunden, die in der Lage gewesen wäre, Raumfahrt zu betreiben.“

„Warum zum Henker interessiert Dich das eigentlich?“ fuhr Wells ihn an. „Nein, sag nichts! Ich weiss es jetzt! Du möchtes dich bei uns um einen Lehrstuhl für Frühgeschichte bewerben, richtig?“

Der Fürst schien eine Mikrosekunde darüber nachzudenken. Vielleicht gelief ihm die Idee sogar. „Eigentlich“, fuhr er fort, „wollte ich damit sagen, dass die Erde die Quelle ist.
Es scheint, dass aus ihr immer wieder neue Rassen geboren werden. Oder besser gesagt, dass jede neue Rasse, die entstehen könnte, von der Erde stammen muss. Oder von Silkon, aber den Unterschied hätte ich sicher bemerkt.“
„Na das macht mich doch richtig stolz!“ verkündete Robert. Allerdings klang es nicht so. „Obwohl es natürlich bedeuten würde, dass wir beide irgendwie...verwand sind. Hässliche Vorstellung.“
„Ja, in der Tat. Es bedeutet aber auch, und darum geht es bei der Sache, dass es keine neuen Rassen in der Galaxis mehr geben wird, wenn die Erde nicht mehr existiert.“ Grausam beendete seine Ausführungen mit einem Lächeln. Wells wurde blass.

Diesen Moment wählt einer der Techniker, um zu berichten, dass die Reparatur abgeschlossen war. Ein anderer befestigte gerade die Verschalung des Transporters.
„Sehr gut!“ Grausam erhob sich. „Ich werde jetzt wieder auf das Schiff gehen und ihn dort erwarten.“ erklärte er den Technikern. „Und ihr werdet dafür sorgen, dass er den Transporter auch benutzt. Achtet darauf, dass er bei Bewusstsein ist. Anschliessend kehrt ihr zurück und geht wieder auf eure Posten.“ Wells sagte nichts. Noch immer hatte er keine genaue Vorstellung davon, was der Transporter mit ihm anstellen würde. Er wusste nur, dass jetzt alles davon abhing, dass er diesen Transporter nicht benutzte.

Grausam wartete geschlagene zehn Minuten auf Roberts Ankunft. Dann endlich wurde die Kuppel aktiviert und der Transport durchgeführt. Was anschliessend vor Grausam auf dem Boden lag gab ein jämmerliches Bild ab. Wells war übel zugerichtet und nur halb bei sich. Grausam schüttelte missbilligend den Kopf, kniete sich neben ihn und half ihm hoch.
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BeitragVerfasst am: 14 Jul 2007 12:45    Titel: Der letzte Feind - Seite 14
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Hustend schleppte sich Wells aus dem Ankunftsbereich und lehnte sich gegen eine Wand, an der er dann stöhnend zu Boden rutschte. „Ohhhu...verdammt nochmal! AUTSCH!“
Grausam war wütend. „Ganz recht, verdammtnochmal! Warum bist du denn nicht einfach in den Transporterbereich gegangen? Musstest du dich unbedingt prügeln? Wie schlimm ist es? Kannst du laufen?“
Doch Wells höhrte Grausam gar nicht. Er sah ihn auch nicht. Er sah Bilder. Sie nahmen ihn gefangen und entführten ihn in eine Zeit, die ungefähr ein Jahr zurück lag.

Sie waren alle da, sein ganzes Team. Sie hatten sich versammelt um gemeinsam die Jungfernfahrt mit dem Prototyp einer vollkommen neuen Art von Raumer anzutreten. Dann kam der Anruf von Kondor. Angeblich ein Notfall. Er forderte Hilfe an und bat den General und das Team darum, ihn auf seinem Schiff zu besuchen. Sie willigten ein und wurden umgehend dorthin gebracht. Es erwartete sie eine Überraschung. Um einen grossen runden Tisch versammelten sich die Räpresentanten der Verbündeten. Wells war darüber ziemlich verblüfft.

Sie setzten sich. Wells zählte kurz durch und kam auf eine Zahl von 11 Teilnehmern. Allerdings gab es noch einen leeren Stuhl.

Kondor ergriff das Wort: “Es ist schön, dass ihr alle dieser Einladung gefolgt seid. Ich danke euch für euer Kommen.“ Robert fand, dass sein ausserirdischer Freund ungewöhnlich nervös wirkte. „Um was geht's denn?“ fragte er gerade heraus um zu verhindern, dass die Einführung sich bis in alle Ewigkeit ausdehnte.
Kondor nickte verstehend. „Es geht“, sagte er zögernd „um den Frieden.“ Niemand erwiderte etwas, also nutzte Wells die Gelegenheit um zu fragen: „Wessen Frieden?“

„Den Frieden in der Galaxis. Den galaktischen Frieden.“ Wells wollte eben schon wieder eine Frage stellen, da gebot der General ihm mit einer Handbewegung Schweigen, um sich seinerseits zu erkundigen. „Aber wir alle hier führen doch gar keinen Krieg gegeneinander. Wir sind Verbündete. Weshalb sollten wir denn Friedensverhandlungen führen?“
„Das ist richtig, mein Freund. Wir sind Verbündete im Kampf gegen einen gemeinsamen Feind. Die Fürsten. Oder, präzise ausgedrückt, gegen einen Fürsten, denn die anderen sind mit Kämpfen untereinander beschäftigt und belästigen diesen Teil der Galaxis nicht. Unser Feind ist Fürst Grausam.“
Bisher nichts Neues, dachte Wells.

„Daher hielt ich es für unumgänglich, alle Beteiligten dieses Konfliktes zu diesem Treffen einzuladen.“

Die schockierte Stille ermöglichte es Wells, seiner Sorge Ausdruck zu verleihen. „Du willst doch damit nicht sagen, dass dieser kranke Hund auch hier ist, oder? Sag mir, dass du ihn nicht hier her gebracht hast! So naiv kannst du doch unmöglich sein!“ schrie er.
Kondor erwiderte ruhig seinen Blick und nickte.
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