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Der sonderbare Irre - Part I

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tap
Überoberchef-Smutje mit Doppelstern


Anmeldungsdatum: 04.07.2007
Beiträge: 30
Wohnort: ha-hA-HAA-HAMMMMburg

BeitragVerfasst am: 05 Jul 2007 15:48    Titel:
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Vielleicht sollte ich mal kurz schildern, wie so ein Schnarf aussieht, woran er zu erkennen ist, obwohl Ihr mir dann im Vorteil seid, denn ich wußte das damals ja erst noch nicht. Aber egal, ich werde mein Wissen jetzt gleich schon weitergeben, falls Euch nachher, wenn Ihr hier gelesen habt, gleich ein Schnarf begegnen sollte, so daß Ihr dann besser damit umgehen könnt.

Also so ein Schnarf hat schon mal gigantische Füße, das ließen selbst mich damals seine Riesenzehen sofort schließen. Mindestens Schuhgröße 154! Oder so. Er trug keine Schuhe, daher kann ich es nicht mit Sicherheit sagen. Ich denke mal, daß er schon Schwierigkeiten beim Schuhkauf hat, vielleicht gibt es die sogar nur in Sonderanfertigung (ich hätte ihn danach fragen sollen, um darüber gezielt Auskunft geben zu können, so kann ich einfach nur mutmaßen). Also wenn er den großen Zeh leicht anhebt, so ging der mir bis zum Kopf, und er hatte ihn leicht angehoben, daher hatte ich mir daran den Kopf gestoßen.

Die restlichen Körperteile aber, die passen größenmäßig für mein ästethisches Empfinden nicht so ganz dazu, irgendwie sind die Schnarf-Füße im Verhältnis zum Körper unausgewogen groß, so ein bißchen wie bei einer Diddl-Maus. Sogar noch gravierender, ich sage Euch! Ich wunderte mich sogar, daß er mit den dünnen Beinchen diese ungeheuer riesigen Füße überhaupt vorwärts bewegen konnte! Die Füße fallen eigentlich ganz schön auf, auch durch ihre Farbe. Sie sind nämlich schillernd dunkelgrün, etwa wie eine Schmeißfliege. (Ja, kein schöner Vergleich, aber so sehen sie nunmal aus).

Darauf dann die dünnen Beinchen und Körper, ohne Füße vielleicht nur doppelt so groß wie ein durchschnittlicher Mensch groß ist. Also so 3,50m, was natürlich auch nicht winzig ist, klar, - aber eben im Vergleich zu DEEEEN Füßen praktisch nichts ist.

Wie ich später erfuhr, gibt es verschiedene Schnarf-rassen. Der, dem ich begegnete, gehörte zu den Suppen-Schnarfs, die so heißen, weil ihr "Fell" aus suppig-sämig wirkenden Tropfen zu bestehen scheint. Es sieht aber nur so aus, wenn man es anfaßt, fühlt es sich eher wie grober Teppichflor an. Na ja. ich gestehe, ich mußte das Zeug einfach zu Testzwecken anfassen. Man meint jedenfalls, er müßte beim Gehen eine suppige Schleimspur hinterlassen, aber weit gefehlt, das geschieht nicht. Dieses Fell ist fest verwachsen, und da tropft nix oder so.

So ein Schnarf hat ungeheuer lange Zähne, die reichen fast bis zum Bauchnabel, und zwar alle, nicht nur die Reißzähne. Außerdem sind sie irgendwie unnützer Schmuck, denn anstellen kann er damit glaube ich nicht viel. Aber vielleicht habe ich auch was übersehen?
Er hat fünf Augen, eines im Gesicht, und zwar so etwa an der STelle, wo unsereiner die Nase hat, und je eines an den Daumen (wenn er die Hand hochhält kann er also schon ziemlich weit gucken) und dem großen Zeh (so kann er auch sehen, was sich da am Boden abspielt, sehr praktisch). Eine Nase hat er auch, die wächst irgendwie aus dem Kinn, ist sehr lang und aufrollbar, so kann er jedenfalls überall, auch am Boden und ums Eck usw. herumschnüffeln. Sieht seltsam aus, ist aber durchaus funktional, wie mir schien.
Am Ende der Nase war auch der Mund, sah ein bißchen aus wie ein Elefantenrüssel, wenn der auch einen extra Mund hat.

Jedenfalls bekam ich ziemlich bald heraus, woran ich mir den Kopf gestoßen hatte, und warum die Echsen sich vor dem Schnarf fürchteten, denn er rüsselte die lange Nase zu mir herunter und sprach:
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Regine
Goldblitzbold


Anmeldungsdatum: 15.04.2007
Beiträge: 473
Wohnort: Bääärlin

BeitragVerfasst am: 06 Jul 2007 16:34    Titel:
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"gnaffl?"

Zuerst war ich ja schwer entschlossen mich zu Tode zu fürchten. Und das Gefühl krallte sich auch für mehrere schockstarre Sekunden hartnäckig in meinen Eingeweiden fest, aber dann machte ich eine erstunliche Entdeckung:

Die Echsen hatten mich verfolgt, blieben aber nun in gebührendem Abstand zurück und starrten erwartungsvoll zu mir herüber. Gehetzt blickte ich zwischen den beiden Bedrohungen hin und her. Unglücklicherweise verstrich dabei viel zu viel Zeit, so dass die Echsenköpfigen Gelegenheit bekamen mich einzukreisen, und diese auch professionell umsetzten.

Vor dem kuriosen Riesenvieh, in dessen Reichweite ich mich befand, hatten sie anscheinend den größten Respekt.

Erst nachdem die Schreckensstarre den Halt verlor und vom Selbsterhaltungstrieb vermittels einem riesiegen Knüppel und wüsten Beschimpfungen verjagt wurde, bekam ich Gelegenheit die Situation einigermassen objektiv zu betrachten.

Der Schnarf wirkte im Grunde gar nicht bedrohlich. Eher....erwartungsvoll. Ganz, ganz langsam beugte er seinen...nun ja...Kopf...zu mir herunter. Ganz behutsam, als wollte er mich nicht erschrecken. Dann streckte er mir so etwas wie ein riesiges Ohr entgegen und machte wieder: "Gnaffl?"

Da ich von Tieren nicht allzuviel verstehe tat ich das einzige, was mir vom Umgang mit dem Hund meines Nachbarn, der immer auf meinen Teppich gepinkelt hat, in Erinnerung geblieben ist: Ich krauelte ihm hinter seinem mutmasslichen Ohr.

Das Wesen streckte sich und grollte wohlig. Offenbar zufrieden seufzte es und schloss 4 seiner 5 Augen. Mit dem Rüsselauge blinzelte es verschlafen.

Meine Erleichterung kannte keine Grenzen, denn auch die echsischen Verfolger schienen nun wesentlich weniger angriffslustig. Eher erfreut und erleichtert.
Einer von ihnen trat vor, als wolle er mir nach einem gelungenen Schachspiel die Hand schütteln. Doch dann blieb er plötzlich stehen als das kuriose Wesen, dem meine hauptsächliche Aufmerksamkeit galt, plötzlich tief und nervös einatmete.

Der Echsenmann blieb stehen und hob entschuldigend die Schultern.

"Allergie gegen Schuppen" erklärte er verlegen.
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Gott sei Dank bin ich Atheist!
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tap
Überoberchef-Smutje mit Doppelstern


Anmeldungsdatum: 04.07.2007
Beiträge: 30
Wohnort: ha-hA-HAA-HAMMMMburg

BeitragVerfasst am: 07 Jul 2007 02:58    Titel:
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Weil ich niemanden leiden sehen kann, nicht einmal einen Schnarf, zog ich meine gesamte Ration Allergie-Weg aus der Tasche (immerhin 3 volle Spraydosen!) und sprühte sie ihm alle hintereinander in die Nase. Der Schnarf schnaufte erleichtert durch, und lächelte zunächst ganz kurz. Doch dann, also ich hatte ja keine Ahnung, was ich damit heraufbeschwören würde!
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Regine
Goldblitzbold


Anmeldungsdatum: 15.04.2007
Beiträge: 473
Wohnort: Bääärlin

BeitragVerfasst am: 07 Jul 2007 12:15    Titel:
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Unter dem ansturm der überglücklichen Echsen konnten der Schnarf und ich uns kaum retten. Alle kletterten überienander, streichelten das Tierchen und herzeten es, so gut es bei einem wesen dieser Bauart eben möglich ist.

Ich liess sie eine Weile gewähren, damit sie sich wieder etwas beruhigen konnten, bevor ich ihnen ein Geständnis machte:

"Also das Zeug hält leider nicht ewig" gab ich zu. "Das muss man öffter mal wiederholen".

Doch die Echsen schienen unbesorgt.

"Kein Problem. Du kommst oft, Schnarf glücklich."

Aber ich erfuhr noch mehr, nämlich warum es so wichtig war einen glücklichen Schnarf zu haben. Mein ehemaliger Führer erklärte es ungefähr so:

Wenn man den Schnarf hinter den Ohren krault, dann saugt er die Luft um sich herum ein. Er ernährt sich von all den schlechten Schwingungen und irgendwelchem Zeug, dass sich darin befindet.
Wenn nämlich das ganze Zeugs in der Luft ist, dann werden die Echsen davon agressiv und können sich nur schwer konzentrieren. Das hatte ich ja erlebt.
Leider produzieren die Echsen den ganzen Müll selbst, so dass sie einen Schnarf brauchen der ihn ihnen wieder vom Hals schafft.

Und weil dieser Scharf hier unter einer Schuppenallergie leidet sind alle ganz schön in Schwieriglkeiten geraten, weswegen sie unbedingt jemanden brauchen, der ihnen aus der Klemme hilft.
Das bin dann wohl ich.

Allerdings weigere ich mich in dieser schrecklichen Hütte mit der grausamen rosa Tapete zu wohnen!
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