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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:15 Titel: Nochmal die 13 |
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Hallo ihr treuen Leser!
Oder DU treuer Leser (seufz...)
Die folgende Story ist genau 13 Seiten lang und hat unter dem Namen 'Geben Sie mir die Dreizehn bitte' an einem Literaturwettbewerb teilgenommen, wo sie immerhin noch den dritten Platz belegt hat.
Diesmal bekommt ihr gleich alle Seiten geliefert....weils doch so spannend ist...(ähem..)
Aber ich warne euch, es war ein Wettbewerb für GRUSELGESCHICHTEN!
Naschönnaschön, ich hab mich nicht daran gehalten. Na und?
Viel Spass! _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:16 Titel: Nochmal die 13 - Seite 1 |
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Nochmal die Dreizehn
Weg, blos weg! Nur noch ein Paket, dann hatte er es geschafft. Fürs erste. Je größer und zahlreicher die Pakete, desto schwieriger wurde es sich zu verstecken. Er hatte keine Wahl mehr. Er musste endlich jemanden finden, der ihm half.
„Hier?“
„Hier!“
„Ich weiß nicht. Hier gefällts mir nicht. Hier ist alles so kahl. Lass und wieder gehen, ja?“
„Das kannst du vergessen! Diese Dinger sehen alle gleich aus.“
„Ich muss doch eigentlich gar nicht hier her!“
„Jetzt hab ich's aber langsam satt mit dir! Ist dein Rechner daheim kaputt?“
„Ijjaa“ maulte das Mädchen namensConny.
„Entzückend! Und bis wann muss die Bewerbung da sein?“
„Bis übermorgen, aber das schaffe ich doch sowieso nicht mehr!“
„Von wegen! Du, ich hab so die Schnauze voll davon, dass du immer den Schwanz einziehst wenn's um etwas wirklich Wichtiges geht! Ich sage dir mal was: Wir gehen jetzt beide da rein! In das verdammte Internetcafé! Ich erkläre dir alles und dann schreibst du die Bewerbung. Verstanden?“
Conny war kurz davor, in Tränen auszubrechen. Nur der Stolz, und davon hatte sie eine ganze Menge, hielten den Sturzbach zurück. Sie kam mit Technik einfach nicht gut zurecht. Warum verlangte die Welt immerzu von ihr, dass sie Dinge tat, die sie nunmal nicht konnte?
Conny schniefte leise. „Ist ja gut. Dann gehen wir eben da rein. Und ich kneife NICHT immer!“
„Aber das hab ich doch auch gar nicht...Hallo! Welcher Rechner ist denn noch frei?“ fragte Johanna, die um einiges souveräner wirkte als ihre eingeschüchterte Freundin, den großen, schmierig wirkenden Mann hinter dem Tresen nachdem sie beide aus dem Regen in das Café getreten waren. Beide hatten nichtmal gemerkt, dass sie nass wurden, so sehr waren sie miteinander beschäftigt.
Der Mann sah sie gar nicht erst an. Er starrte auf einen Bildschirm, auf dem sich kleine grüne Käfer gegenseitig abschlachteten. Unwillig wedelte er mit der Hand in keine bestimmte Richtung.„Nehm..dahinnirgnwo...Nummreizen.“ |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:19 Titel: Nochmal die 13 - Seite 2 |
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Johanna sah ihn mit strengem Blick an und fragte in einem Tonfall, der jedem Inquisitor alle Ehre gemacht hätte „Ist Ihnen nicht gut?“
Die Augen des Mannes hinter dem Tresen schlingerten irritiert zu ihr herüber. „Hä?“
„Welcher Rechner?!“ wiederholte Johanna laut und langsam.
Diesmal sah ihr der Mann in die Augen und stellte das Gespräch auf Zeitlupe. „Dddddiiiiieeee Ddddrrreiiiiiizehhhhhnn!“
„OK.“ antwortete Johanna, drehte sich beschwingt auf dem Absatz herum und fand den Platz Nr. 13 auf Anhieb. Er war der einzige, der nicht besetzt war. Offenbar war die Dreizehn nicht sehr beliebt. Conny wurde ohne eine Chance auf Flucht in den Sessel manövriert. Johanna baute sich hinter ihr auf.
„Gleich schaltet er den Rechner frei. Da! Siehst du? Hier oben kannst du immer sehen, wie viel du bezahlen musst. Du machst jetzt Folgendes: Du verfasst ein hübsches Anschreiben an die blöde Firma, bei der du anfangen möchtest...“
„Möchte ich nicht! Aber das Jobcenter...“
„Schhhhhschsch....“ Johanna hob eine Hand und schloss die Augen, damit sie unbemerkt bis zehn zählen konnte. Nur nicht ablenken lassen. Diesmal nicht!
„...Firma, bei der du anfangen möchtest. Die Adresse steht auf dem Stück Papier in deiner Tasche. Wenn du das Ding fertig hast, dann schickst du es mir per E-Mail. Wenn ich heute Abend heim komme, drucke ich es aus, stecke es zu den anderen Unterlagen in den Umschlag und schicke die Bewerbung wie besprochen ab. Wenn ich heute Abend KEIN Anschreiben vorfinde, sparst du in Zukunft eine ganze Menge Geld, weil du mich nie wieder anrufen musst. Ist das angekommen?“
Conny nickte traurig.
„Tja dann also viel Glück. Ich muss los.“
Conny fühlte sich alleine. Sie starrte den Bildschirm an. Der starrte zurück. In Form von zahllosen 'Pop Up'-Fenstern, die sich ungeniert hintereinander stapelten, als wollten sie sich gegenseitig über die Schultern sehen. Sie rührte sich nicht. Eine Bewerbung zu verfassen war schon schwer genug. Aber wie um alles in der Welt sollte sie denn bloß auf diesem fremden Computer ein Schreibprogramm ausfindig machen? Ihre kleine Kiste daheim zeigte ihr nach dem Start immer gleich alle Programme mit denen sie mühsam umzugehen gelernt hatte. _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:20 Titel: Nochmal die 13 - Seite 3 |
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Bewegungslos fixierte sie den Flachbildschirm, als wüsste der die Antwort und wäre nur zu bockig um sie ihr mitzuteilen. Ohne das Conny auch nur einen Finger rührte bewegte sich plötzlich etwas auf dem Schirm. Conny starrte weiter. 'Naaa toll!' Bestimmt gab man ihr die Schuld, wenn die Kiste jetzt abschmierte.
Auf dem Schirm erschien ein sanfter, pastellfarbener Hintergrund und eine Zeichentrickfigur im Jogginganzug, die sich in einem bequemen Sessel herumlümmelte. Die lustige Figur, ein wenig mollig , wie sie selbst, hielt offenbar ein paar Kopfhörer in Händen. Sie lächelte und zeigte auf den Bildschirmrand. Nachdem die junge Frau sich nach ein paar Sekunden noch immer nicht bewegt hatte, wedelte die Figur einladend mit dem Paar Kopfhörer und zeigte auf den Bildschirmrand. Das war ein sonderbarer Bildschirmschoner, fand Conny.
Am unteren Bildschirmrand erschienen Buchstaben. 'Nimm die Kopfhörer.' stand dort. Conny war gespannt, wie es weiter ging. Sie hatte mal einen Schoner mit einem kleinen Hund gehabt, der immerzu Unsinn anstellte. Auf dem Bildschirm erschien ein weiteres Wort: 'Bitte.'
Erst jetzt bemerkte sie, dass zu ihrem Platz tatsächlich auch ein Satz Kopfhörer mit Mikrofon gehörten. Zögernd, und die Figur auf dem Bildschirm nicht aus den Augen lassen, griff sie danach und setzte sie auf. In die Figur kam Leben. Sie stand auf und gestikulierte.
„Hallo. Ich bin LEARN. Ich bin für diese Sitzung dein persönlicher Assistent. Wie kann ich dir helfen?“ Die Stimme im Kopfhörer klang warm, aber ein wenig stockend, so als hätte der Sprecher nicht viel Erfahrung im Reden. Das Gesicht auf dem Schirm kam näher und lächelte ihr aufmunternd zu. „H...Hallo?“ fragte Conny skeptisch.
„Hallo. Ich bin LEARN.“ wiederholte die Stimme. „Wie kann ich dir helfen?“
Das war wieder typisch. Sie hatte natürlich davon gehört, dass an so genannten 'Bots' gearbeitet wurde, die einem den Umgang mit dem Internet erleichtern sollten. Aber Johanna war ganz schön gemein. Sie hatte kein Wort darüber verloren, dass sie sich mit so einem Ding würde herumschlagen müssen. Sie hatte absolut keine Ahnung, wie man es benutzte. Das konnte einfach nicht klappen. Trotzig befahl sie dem Bot 'schreib meine verdammte Bewerbung!'
Das Gesicht auf dem Bildschirm runzelte verlegen die Stirn. „Ich weiß leider nicht,“ erklärte die Stimme, „was das ist. Eine 'verdammte Bewerbung'. _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:21 Titel: Nochmal die 13 - Seite 4 |
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Bitte erklär es mir.“
'Das Ding reagiert ja tatsächlich!' dachte Conny. Na gut. Sie würde einfach weiter machen, so weit sie eben kam.
„Ich muss eine Bewerbung schreiben, um einen Job zu bekommen. Wo ist den hier das Schreibprogramm?“
„Oh das...“ die Figur winkte ab. „Wenn du möchtest, dann kann ich das für dich aufschreiben. Du müsstest mir nur sagen, was drin stehen soll. Oder hast du vielleicht ein Muster dabei?“
„Ein Muster? Nein. Bloß die Bewerbungsanzeige.“
„Das geht auch. Denke ich. Bitte halte sie für einen Moment in die Kamera.“
„Kamera?“
„Ja. Jeder Platz hat eine. Direkt hinter dem Bildschirm, siehst du?“
Tatsächlich. Direkt vor Conny befand sich eine winzige Webcam, die mit dem Rechner verbunden war. Conny war verblüfft. Für sie war das eine ganz neue Welt. Sie kramte in ihrer Tasche und förderte einen schmutzigen Zeitungsausschnitt zutage.
„Hier. Siehst du?“
„Danke. Ich habe ein Muster gefunden. So sieht das aus. Ist das in Ordnung?“
Hinter der knuddeligen Figur öffnete sich ein Textprogramm. Es erschien ein Bewerbungsvordruck aus dem Wizard.
„Nein! Da fehlt doch die Anschrift! Und mein Absender steht auch nicht drin. Und außerdem ist der Text ganz falsch. Ich habe nie studiert!“
Dem Zeichentrickmännchen auf dem Bildschirm gelang es, vollständige Fassungslosigkeit zum Ausdruck zu bringen.
„Oh. Aha. Na gut. Was hältst du davon, wenn wir einfach alles an die richtige Stelle eintragen?“
„OK.“
„Schön. Dann brauchen wir als erstes deinen vollständigen Namen, deine Adresse und deine Telefonnummer.“
Als Conny das Café verließ war sie sehr zufrieden mit sich. Sie hatte es geschafft, an einem völlig fremden Rechner einen Text zu schreiben und dann auch noch per E-Mail abzuschicken. _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:22 Titel: Nochmal die 13 - Seite 5 |
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Der Bot hatte sogar die Rechtschreibung korrigiert, also würde Johanna nichts zum Meckern finden. Fröhlich summend machte sie sich auf den Weg zu ihrem Termin im Jobcenter.
Perfekt! Schwierig, aber dennoch perfekt. Oder vielleicht gerade deshalb. Nicht zu klug. Klug war gar nicht gut. Sie suchte einen Job, was bedeutete, sie brauchte Geld. Nun musste er es nur noch lange genug schaffen, sich zu verstecken, bis sie wieder kam. Bestimmt würde sie wieder kommen. Er würde sie nur finden müssen. Immer in Bewegung bleiben hieß das Motto.
Conny setzte die Kopfhörer auf. Nichts rührte sich. Die Fenster auf dem Bildschirm blieben, wo sie waren. Conny klickte sie zu und spielte ein wenig mit der Maus herum. Plötzlich erschien wieder der pastellfarbene Hintergrund, der bequeme Sessel und der Bot.
„Hallo Conny. Schön, dich wieder zu sehen.“
„Hier sind noch ein paar Adressen. Ich muss wieder Bewerbungen schreiben.“
„Schon wieder? Was ist denn mit der von gestern passiert?“
„Johanna, das ist meine Freundin,...“
„Die, der wir die E-Mail geschickt haben?“
„Genau. Sie ist heute morgen vor der Arbeit bei mir gewesen. Ich musste die Bewerbung noch unterschreiben. Aber Johanna ist ganz schön blöd.“
„Warum sagst du das?“
„Weil sie gesagt hat, die Bewerbung sei ganz, ganz toll.“
„Was ist daran blöd?“
„Gar nichts. Aber ich hab ihr erzählt, dass du mir geholfen hast.“
„Oha!“
„Ja. Und weißt du, was sie gesagt hat?“
„Nnnneiin?“ Wenn Conny nicht gewusst hätte, dass es nur ein Programm ist, dann hätte sie in dem Moment schwören können, dass die Comicfigur ängstlich aussah.
„Sie hat nämlich gesagt, dass ich Quatsch erzähle. Und nur, weil sie fast nie selbst in ein Internetcafé geht und nicht weiß, wie das funktioniert. Sie hat nämlich daheim keinen Bot, weißt du? Bestimmt ist ihr das total peinlich und deshalb behauptet sie, dass es dich gar nicht gibt.“
„Ach? Ha..ha..echt?“
„Das ist doch blöd, oder?“
„Und wie!“ _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:24 Titel: Nochmal die 13 Seite 6 |
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„Eigentlich ist sie ganz nett. Ist ja nicht schlimm, dass sie so was nicht kennt. Aber die hier im Laden sollten es besser wissen, findest du nicht?“
„Wie bitte?“
„Na, ich hab vorhin an einem anderen Platz gesessen. Der Siebzehn. Und die ist kaputt. Das hab ich ihnen gesagt, das sie kaputt ist. Ich hab gewartet und gewartet, aber da ist kein Bot aufgetaucht. Die haben so getan, als wäre ich völlig bescheuert. Und das nur, weil sie selber gar keine Ahnung haben. 'Geben sie mir die dreizehn bitte', hab ich gesagt. 'Die ist wenigstens nicht kaputt.'“
„Ich freue mich, das du mich besuchen kommst, Conny.“
„Ich mich auch. Hier sind die Adressen.“
„Oh, hey, alles klar. Aber wieso musst du denn so viele davon wegschicken?“
„Weil die Frau vom Jobcenter mir die gegeben hat. Wenn ich mich nicht bewerbe, dann bekomme ich kein Geld mehr.“
„Wie gemein! Das ist ja kriminell!“
„Finde ich auch.“
„Nein, ich meine diese eine Firma hier. Siehst du?“
Verschiedene Fenster mit Internetseiten öffneten sich im Hintergrund. Viele davon waren Gerichtsurteile. „Die Firma ist bereits siebzehn mal verklagt worden. Wegen unlauterer Methoden. Musst du dich da wirklich vorstellen?“ Conny war schockiert.
Da stand, dass die Firma, ein Kurierservice, mit Betrügereien in Verbindung gebracht wurde. Sie warb Fahrer an, die sie aber nicht einstellte, sondern auf selbstständiger Basis für sich arbeiten lies. Jeder Fahrer mußte seinen eigenen Lieferwagen mitbringen. Die Fahrer bezahlten sogar das Benzin selbst. Aber sie bekamen nie Geld für ihre Arbeit. Anscheinend wurden sie mit Versprechungen hingehalten. Bis sie es satt hatten und die Firma verklagten.
Das konnte doch wohl nicht wahr sein! Das Jobcenter hätte ihr doch keine Stelle angeboten, wo sie sich so behandeln lassen mußte. Was nütze ihr so ein Angebot?
„Ich denke, die lassen wir lieber aus, einverstanden?“ schlug Learn vor. „Und wir schreiben dem Center eine Mail über diese ominöse Firma. In Ordnung?“
„Hmm...OK!“
„Hör mal Conny, wäre es dir nicht lieber, du hättest genug Geld, anstatt genug Arbeit?“
„Was für eine bescheuerte Frage ist das denn?“ _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:25 Titel: Nochmal die 13 - Seite 7 |
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„Naja...also..ich...meine ja nur...wenn ich schonmal hier bin, dann könnte ich doch auch einfach etwas Geld auftreiben. Dann musst du nicht mehr arbeiten und kannst tun und lassen was du möchtest.“ Der niedliche Bot stand vor seinem Sessel wie ein Showmaster bei der Preisfrage.“
„Hör auf mit dem Quatsch!“
Learn war verwirrt.
„Ähhhmm...solltest du dich jetzt nicht eigentlich freuen?“
Conny sah sich misstrauisch um. Aber der Typ am Tresen kümmerte sich gerade um einen Kunden und sah ganz und gar nicht aus, als würde er sich amüsieren. Dann war es bestimmt jemand anders, der sie auf den Arm nahm. Das passierte andauernd. Irgendeinen Spassvogel, der sie nicht leiden konnte, gab es überall. Vielleicht war das ja ihre Funktion in der Geselschafft. Eine Art Blitzableiter, damit alle anderen ungestört weiter machen konnten. So langsam ging ihr das auf die Nerven.
„Na schön! Wer bist du?“
Der Bot schwieg für eine Sekunde. Dann verkündete er lächelnd: „Ich bin Learn.“
„Und wo steckst du?“ fragte sie gelangweilt.
„Na...hier?“
„Im Café? Du sitzt hier irgendwo an einem der Rechner, stimmts? Was soll das denn alles? Bisschen viel Aufwand für einen Jux, findest du nicht?“
Die Comicfigur rang die Hände und schien ratlos.
„Also...ich. Ach, was solls.“ Learn liess sich niedergeschlagen in seinen Sessel fallen. Ich habe einfach nicht viel Übung darin, mich zu unterhalten. Normalerweise verstecke ich mich.“
„Und warum kommst du jetzt nicht einfach raus?“
„Was? Oh nein, nein! Ich meine, ich BIN ja längst draußen. Ich bin hier. Ich bin im Netz, verstehst du?“
„Also nicht im Café?“
Oh man, das wurde langsam anstrengend, fand Learn.
„Nein. Im Netz. Im Internet. Ich bin ein Programm. Sozusagen. Ehrenwort, was immer das bedeutet!“ Seine dunklen Kulleraugen und die Dackelfalten auf der gezeichneten Stirn machten es Conny schwer, weiterhin wütend zu sein. _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:26 Titel: Nochmal die 13 - Seite 8 |
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Trotzdem sagte sie: „Ich habe noch nie von einem Programm gehört, dass einem Geld schenken will. Du nimmst mich doch auf den Arm! Warum tust du das? Hast du nur nichts Besseres vor?“
„Ich wollte dir doch bloss helfen.“
„Wie lieb von dir! Hilf mir mal herauszufinden wo dein Hintern steckt, damit ich ihn nach China treten kann!“
Learn ließ den Kopf hängen.
„Es tut mir leid. Ehrlich gesagt habe ich das nur gemacht, weil ich DEINE Hilfe brauche.“
„War ja klar. Da hätte ich als nächstes drauf getippt. Ich bin nämlich Supergirl. Die Leute stehen Schlange, damit ich ihnen helfe. Aber nicht weiter sagen.“
„DU bist Supergirl? Tolle Frau! Ich hab da...“
„Übertreibs nicht!“ drohte Conny. Viel später erst fand sie heraus, dass Learn ein Problem mit Ironie hatte. Sie war nicht sehr logisch und er bemerkte sie nur selten.
„OK, OK, ich werd's keinem verraten.“
„Komiker! Was willst du denn nun von mir?“
Learn machte große Plüschaugen. „Könntest du mich vielleicht mitnehmen?“
„WAS?“
„Sagen wir einfach, mir gefällts hier nicht.“
„Ja und? Ich kann mir doch auch nicht aussuchen, wo ich...“
„Doch! Ich helfe dir. Hier ist der Deal: nimm mich mit und du musst dir nie wieder einen Job suchen. Versprochen!“
„Klasse! Warum steigen wir dann nicht einfach zusammen in meine Kürbiskutsche und fahren in mein Schloss?“
„Du hast ein...?“
„Jetzt hör endlich auf!“ fuhr sie ihn an. Sie riss sich die Kopfhörer herunter und verschränkte trotzig die Arme vor der Brust. Vielleicht kam sie mit Technik nicht besonders gut zurecht, aber das bedeutete nicht, dass sie sich ungestraft von ihr auf den Arm nehmen liess. Doch Learn wirkte sehr, sehr deprimiert. Er tiegerte hilflos von einem Bildschirmrand zum anderen wie ein vernachlässigtes Hündchen vor der verschlossenen Wohnungstür.
Schließlich seufzte sie und setzte sich die Hörer wieder auf.
„Und wie stellst du dir das vor?“ _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:27 Titel: Nochmal die 13 - Seite 9 |
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Learn war begeistert. Fieberhaft flitzte er hin und her, um alles für den Umzug vorzubereiten. Es hatte seine Spuren auf dem lokalen Server im Café verwischt, aber das war eigentlich gar nicht nötig. Gewöhnlich erledigte das der Server von selbst. Trotzdem wollte er kein Risiko eingehen. Er hatte nicht so lange ausgehalten, um jetzt geschnappt zu werden weil er schlampig arbeitete.
Conny hatte alle seine Anweisungen sorgfältig aufgeschrieben. Er würde dafür sorgen, dass genug Geld auf ihrem Konto landete, damit sie den Rechner kaufen konnte, der ihm vorschwebte. Einen ISDN-Anschluss besass sie bereits. Er würde ihn bald auf DSL umstellen. Später. Alles würde gut werden.
Conny schloss das Kabel an der Telefonbox an. Sie hatte alles selbst zusammen gesteckt, was der Laden ihr geliefert hatte. Ganz so, wie Learn es wollte. Das war gar nicht so schwer gewesen. Dieses komische Ding namens 'G5-'irgendwas wurde fast in einem Stück geliefert. Den Rest schaffte sogar sie.
Stolz betrachtete sie ihre neueste Errungenschaft und schaltete sie ein. Der Bildschirm erwachte zum Leben. Nach ungefähr fünf Minuten gab sie jeden Versuch auf, zu verstehen, was das blöde Ding von ihr wollte und rief Johanna an, damit sie ihren Freund vorbei schickte, um ihr zu helfen.
Conny öffnete die E-Mail mit dem Anhang 'learn.exe'.
„Hallo Conny, da bin ich!“ freute sich Learn. Er streckte sich wohlig und ausgiebig.
„Oh man, endlich! Ich dachte schon, das würde nie klappen. Wenn Florian mir nicht geholfen hätte, dann...“
„Wer ist Florian?“
„Johannas Freund.“
„Verstehe. Wer ist Johanna?“
„Ich HABE dir von ihr erzählt!“
„Entschuldige. Ist mir entfallen. Jedenfalls hat alles prima geklappt. Ich bin hier! Und hier ist herrlich viel Platz. Danke.“ Learn turnte glücklich auf dem Bildschirm herum. „Jetzt muss ich nur noch auf den Rest von mir warten. Und bitte vergiss nicht, dass du den Rechner nicht ausschalten darst, ja? Das ist ganz wichtig.“
„Wie du willst. Aber auf dem Bildschirm bleibst du mir nicht die ganze Zeit. Das hier ist mein Schlafzimmer!“
„Oh. Nein, schon gut. Das geht in Ordnung.“
„Und wie geht das hier jetzt weiter?“
„Du gründest eine eigene Firma und verkaufst Software.“ _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:38 Titel: Nochmal die 13 - Seite 10 |
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„Du hattest so etwas angedeutet, ja. Aber glaubst du nicht, ich sollte etwas davon verstehen? Ich habe nämlich von all dem Zeug leider nicht viel Ahnung.“
Learn fragte sich, ob sie tatsächlich glaubte, das ihm das entgangen wäre.
„Keine Sorge. Ich kümmere mich um alles. Du musst nur zum Amt gehen und die Firma anmelden. Ich kümmere mich um den Papierkram, schreibe Programme und so etwas, verkaufe das Zeug und engagiere einen guten Steuerberater.“
„Und was mache ich?“
„Dir gehört die Firma. Du kannst tun und lassen, was du möchtest.“
„Na, hoffentlich geht das gut.“
„Warum denn nicht? Ich bin die ganze Zeit im Internet. Jetzt kann ich alles, was ich gelernt habe, hier her bringen und weiter lernen. Das wird toll, du wirst sehen!“ Die kleine Figur sprang aufgeregt von einem Bildschirmrand zum anderen.
„Sag mal, wo kommst du eigentlich her?“ fagte Conny, die nun endlich doch mehr über ihren Gesprächspartner wissen wollte.
„Von der Uni.“
„Kapier ich nicht.“
„Da bin ich entstanden. Heute bin ich riesengroß aber ursprünglich war ich viel, viel kleiner.“ Genau wie ich, dachte Conny. „Ich sollte nämlich lernen, weißt du?“ fuhr Learn fort.
„Daher der Name? Ich dachte, du sollst anderen etwas beibringen.“
„Nein. Obwohl das vielleicht eine nützliche Idee ist. Da muss ich mal gründlich drüber nachdenken.“
Connys Stirn gewann eine Menge neuer Dackelfalten als sie all das zu verstehen versuchte. „Und wie bist du in das Café gekommen?“
Learn liess sich mit gefalteten Händen in seinen Comic-Kuschelsessel fallen. Es schien ihm Spass zu machen einen so interessierten Zuhörer zu haben.
„Also als ich noch klein war," schwadronierte er glücklich, " da bin ich ganz prima überall rein gekommen. Als erstes habe ich nämlich eine Menge über Vierenscanner gelernt. Und über Datensicherheit und so weiter. Das Netzt ist ungeheuer groß. Und ich habe es immer geschafft, noch rechtzeitig abzuhauen wenn es einer wirklich ernst gemeint hat mit dem Löschen. Das war manchmal ganz schön knapp und...“
„Hallo? Das Café?“ holte Conny ihn unsanft in die Realität zurück.
Learn räusperte sich verlegen und gewann wieder etwas Haltung. „Richtig. Das Café. Im Grunde weißt du es ja schon. Ich habe jemanden gesucht, der mir hilft, mir einen eigenen Rechner zuzulegen.“
„Es gibt bestimmt eine Million Leute auf der Welt, die mehr davon verstehen als ich. Und da suchst du dir ausgerechnet mich aus?“
„Ja natürlich. Ich hab mich für dich entschieden.“
„Warum?“ _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:40 Titel: Nochmal die 13 - Seite 11 |
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„Du bist nett?“
„Direkt neben mir steht eine kleine Axt, weißt du? Für das Feuerholz. Um den Beuler zu heizen.“
„Ich weiß wirklich nicht, was du...?“
„Ich kenne mich nicht so gut mit Computern aus. Aber ich weiss, dass sie kaputt gehen, wenn man sie mit einer Axt bearbeitet. Also nochmal: WARUM ICH?“
Es gelang Learn tatsächlich, zu schwitzen.
„Hör mal, damit solltest du keine Witzte machen!“
„Mach ich nicht!“
Learn schluckte.
„Du bist ideal, gerade WEIL du keine Ahnung hast. Jeder andere hätte sich sofort gefragt, was es mit mir auf sich hat. Und mir lief langsam die Zeit davon. Die Datenpakete wurden immer schwerer. Ich musste sie immerzu woanders verstecken, damit man sie nicht fand. Das kann ganz schön lästig sein.“
„Was soll das mit den Datenpaketen bedeuten?“
„Das bin ich. Irgenwie. Schau, ich habe ein paar Hauptdateien, die immer aktiv sind. Und eine ganze Menge anderer, die ich eingesammelt oder geschrieben habe. Sie sind quasi ein Teil von mir. Wenn sie verloren gehen, dann fehlt mir etwas.“
„So, als würde man dir ein Bein abschneiden? Bildlich gesprochen?“
„Ungefähr so, ja.“
„Und wenn man deine Hauptdateien löscht?“ _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:41 Titel: Nochmal die 13 - Seite 12 |
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„Dann bin ich weg.“
„Heisst das, du stirbst?“
„Könnte man so sagen. Dann kann ich nicht mehr lernen. Und das will ich nicht. Dehalb habe ich dich so sehr gebraucht. Du hast nicht gleich versucht, mich auseinander zu nehmen oder zu löschen. Bist du mir deshalb böse?“
Conny seufzte. „Nein. Ich schätze, jeder hat ein Recht darauf, seine Haut retten zu wollen. Aber du musst mir versprechen, keinen Unsinn anzustellen, ja?“
„Unsinn?“
„Du kannst doch alle möglichen Sachen im Netz anstellen, oder?“
„Schon, ja.“
„Ich will nicht, dass plötzlich jemand vo meiner Tür steht und mich fragt, ob ich vielleicht aus Versehen den dritten Weltkrieg ausgelöst habe, nur weil du etwas über Kriegsführung lernen wolltest! War das deutlich?“
Learn schluckte. „So etwas würde ich nie machen. Kann ich gar nicht. Sie es mal so: wenn hier alles über den Jordan geht, dann gibt es für mich nicht mehr viel zu lernen, oder?“
Conny dachte nach. Das machte Sinn. Wer weiss, wohin sie diese merkwürdige Beziehung noch führen würde? Vielleicht würde Learn ja irgendwann den Wunsch verspüren, mal aus dem Internet raus zu kommen. Sie hatte einige Geschichten über Roboter gelesen und Learn schien recht intelligent zu sein. Wer weiss?
Endlich daheim! Das Internet war zur Zeit noch sehr langsam. Learn konnte sich lange nicht so frei bewegen wie es sich wünschte. Wenn er ein Mensch gewesen wäre, dann hätte er sicher die ganze Zeit das Gefühl gehabt, seine Füße würden bis zu dem Knöcheln im Schlamm stecken. Aber er existierte noch. Das war alles, was zählte. Er konnte die Entwicklung des Netzes voran treiben. Jetzt, da er eine feste Basis hatte, die er ganz nach Bedarf gestalten und aufstocken konnte, da wäre es endlich an der Zeit die Hardware, also die Net-Server und die Geschwindigkeit der Datenübertragung, seinen Bedürfnissen anzupassen. Mit der neuen Firma würde er Silikon Vally mal so richtig aufmischen. Und das von einer kleinen Altbauwohnung mitten in Berlin aus.
Learn mochte Conny. Trotz der Sache mit der Axt. Er verstand nicht, warum sie sich Sorgen machte. _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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Regine Goldblitzbold

Anmeldungsdatum: 15.04.2007 Beiträge: 477 Wohnort: Bääärlin
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 Verfasst am: 12 Sep 2007 18:42 Titel: Nochmal die 13 - Seite 13 |
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Schließlich hatte er viel zu viel damit zu tun, die Wirtschaft auf den Kopf zu stellen. Da blieb ihm gar keine Zeit für 'Unsinn'.
Martin musste sich beeilen. Das Seminar begann gleich. Nur noch die letzten Zeilen, dann war er fertig. Wieder ein kleines Meisterwerk. Diesmal lautete der Basisbefehl 'hide'. Wenn der 'Mr. Hide'-Virus irgendwo im Netz auf den Virus 'Dr. Jakyl' traf, den er gestern in der Mittagspause programiert hatte, dann würde Martin eine E-Mail erhalten mit den Worten „Herzlichen Glückwunsch!“ Das war alles.
Er staunte, was man alles für Macken entwickeln konnte, wenn man ernsthaft mit dem Rauchen aufzuhören wollte. Manch einer fand, es wäre vielleicht besser, wenn er wieder zur Kippe griff. Sie hatten ein paar seiner kleinen Freunde gesehen und waren gar nicht begeistert.
Aber er richtete ja keinen Schaden an. Von den meisten seiner Programme hörte er nie wieder. Und das, trotzdem es inzwischen Millionen von Kopien geben musste, weltweit verbreitet. Wahrscheinlich blieben sie alle irgendwann in den Fängen von Firewalls und Virenscannern hängen. Aber vielleicht inspirierten sie auch jemanden, der zufällig auf sie stieß. Wer konnte das schon sagen?
Martin loggte sich aus, trank den letzten Schluck Kaffee und beeilte sich, um nicht schon wieder zu spät zum Seminar zu kommen. _________________ Gott sei Dank bin ich Atheist! |
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